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  BMW R25/2 - 1951

Aus Bedienungshandbuch: Die Anschaffung Ihres neuen BMW Motorrades wird Ihnen gesteigerte Lebensfreude bringen. Was uns betrifft, so waren wir bestrebt, dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Wir entwickelten und bauten ein Motorrad, welches in der fortschrittlichen Konstruktion, den guten Fahreigenschaften und dem Leistungsvermögen ein hohes Mass des technisch Erreichbaren darstellt.

Erleben R25/2

Gebaut 1951 - 54

Gekauft Januar 2010.

Immer schon liebäugelte ich mit einem 250erli. Jetzt habe ich eins. Und zwar eine R25/2 - meines Erachtens das schönste Modell der 250er.

Mit dem 250erli lerne ich die Welt wieder ganz neu kennen. Ich nehme Steigungen wahr, wo ich bis anhin gar keine vermutet habe. Schon bei leichten Steigungen haben die 12PS mächtig zu tun - aber sie schaffen es. Weil der erste Gang extrem untersetzt ist, würde die 25/2 problemlos sogar die extremsten Steigungen schaffen. Solange die Reifen am Boden haften, gehts auch weiter.

Überholvorgänge werden zu einem nicht ganz einfachen Unterfangen - und verlangen sorgfältige Planung. In jedem Fall ist man auf den Goodwill des zu Überholenden angewiesen - so wird man zu echten Verkehrspartnern. Ist man schon mal auf gleicher Höhe, so kann man sich lange in die Augen schauen.

Ein Hingucker/-hörer ist die 25/2 immer. Vor allem ältere Menschen kennen den Sound noch von früher - und so drehen sie sich unweigerlich um... und fühlen sich auch wieder zurück versetzt in die gute alte Zeit. Demzufolge erleben sie sowas wie eine kurzzeitige Verjüngungskur und freuen sich ganz offensichtlich.

Das 250erli wirkt aber nicht bloss auf Menschen positiv, sondern wertet auch mein 500er Guzzi zu einer echten Rakete auf - hat das Guzzi doch immerhin gute 6 PS mehr.

Ein Erlebnis von besonderer Art hatte ich mit der 25/2: Beinbruch! Auf einer Probefahrt fuhr ich mit 80 km/h in eine rechtwinklige Kurve. War wohl etwas zuviel. Da die Reserve fehlte, um die Kurve zügig zu fahren, schaukelte sie sich hoch - es war wie ein Rodeoritt. Beim kurzen geraden Stück versuchte ich sie zu stabilisieren bevor die nächte rechtwinklige Gegen-Kurve kam. Der Rodeoritt ging weiter. Vollbremsung in ein Parkfeld... langte nicht ganz... hoch auf den Gehsteig... die R25/2 abgedreht... dem Zaun entlang bis die Fuhre stillstand. Entlang diesem Zaun waren zwei Pfosten. Da hängte ich mit dem rechten Fuss ein. Ich konnte nicht mehr auf dem Fuss stehen. Unvermittelt telefonierte ich einem Freund mit der Frage, ob er mein Motorrad heimfahren könne - ok. Dann telefonierte ich meinem Arzt, dass ich in ca einer Stunde komme - ok. Zuletzt telefonierte ich noch meiner Frau, dass sie mich mit dem Auto abhole. Hauptsache war, dass die R25/2 keinen Schaden erlitt. Seitdem fahre ich nicht mehr am Limit der Maschine.